In so manchen Garten wird zurzeit einfach drauf losgeschnitten. Mit den Gesetzen des Triebwachstums ist das jedoch nicht vereinbar. Man muss dabei auch bedenken, dass die Wunden an den Gehölzen bis zum Frühjahr offen und dann ungeschützt bleiben. Der Baum oder Strauch kann in der Ruhezone des Wachstums seine Wunde nicht mehr selber gegen Pilzkrankheiten abschotten. Außerdem bilden auch Risse durch Eintrocknen an den Schnittstellen, in die Pilzsporen einwandern können.

Ein Rückschnitt bei Sträuchern und Bäumen sollte deshalb ab Anfang Oktober auf keinen Fall mehr erfolgen. Er erhöht jetzt zudem enorm die Empfindlichkeit gegen Kälte, da die schützenden Mineralien mit dem aufsteigenden Saft im Spätwinter im Restholz und Knospen zu sehr verwässert werden. Hier muss gewartet werden bis zum ausgehenden Winter.

Das Schneiden im Herbst hat sich so langsam immer mehr eingebürgert. Milde Winter haben hier eine Leichtfertigkeit mit sich gebracht, die sich bei größerer Kälte aber sehr rächen kann. Zudem führt alles Schneiden in den oberen Bereichen der Gehölze zu einem Wachstum mit vielen jungen Trieben. Es bilden sich dann sogenannte Besen. Ganz schlimm ist aber das Rundschneiden der Sträucher, die damit bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden und auch kaum mehr im Frühling blühen können, da die im Spätsommer angelegten Blüten weggeschnitten werden. Das führt leider auch in den Gärten für einen beängstigenden Artenschwund.

Besteht Frostgefahr, hilft kurzzeitig auch ein altes übergeworfenes Betttuch, um Frost abzuhalten. Sind stärkere Fröste angesagt oder sind Nachtfröste über einen längeren Zeitraum zu erwarten, sollte man die Pflanzen einräumen. Am besten man stellt die Pflanzen bei Regenwetter bereits jetzt geschützt ans Haus oder in eine Laube. So wird die Erde im Kübel nicht zu nass wird und die Wurzeln beginnen nicht zu faulen.

(Thein/Red)