Ökologisches, nachhaltiges Denken wird heute immer wichtiger. Dazu gehört es auch, unsere Abfallprodukte weiterzuverwenden. Dieses Prinzip, das wissen Gärtner schon lange, bringt nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen (Klein-)Garten enorme Vorteile.

Das ist in diesen Tagen, wo der Herbst die Bäume kahl werden lässt, wichtig zu wissen: Heruntergefallenes Herbstlaub kann der clevere Gärtner sich ganz einfach zu nutzen machen. 

Wer den Kreislauf der Natur beobachten und im Garten danach handelt, lernt die Vorteile zu verstehen. Der biologisch denkende Gärtner freut sich zum Beispiel jetzt über die Herbstfärbung der Blätter. Laub ist somit für ihn kein Abfall, sondern wertvolles organisches Material. Die Blätter wirken zusätzlich wie ein warmer Mantel. Sie lassen den Frost nicht so tief in den Boden eindringen. Frühjahrsblüher, wie Winterlinge, Blausternchen, Anemonen Schneeglöckchen, Tulpen und Osterglocken fühlen sich nur unter einer Laubdecke richtig wohl, da sie ohne diesen Schutz sehr schnell abbauen und dann ganz verschwinden.

Die abgeworfenen Blätter sind zudem die Lieblingsspeise der Regenwürmer. Einen besseren Untermieter kann sich der Gärtner nicht wünschen. Eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit für das Laub ist auch die Abdeckung frostgefährdeter Rosen und mediterraner Gewächse.

Auch in Gemüsebeeten ist ein Frostschutz mit Laub auf jeden Fall vorteilhaft.

Selbstverständlich dürfen die Blätter nicht auf den Rasenflächen und Wegen liegen bleiben. Gut ist es, man mäht das Gras noch einmal Anfang November. Mit dem Rasenmäher vermischen sich die abgeschnittenen Grashalme mit den Blättern. Dabei bildet sich ein fein gehäckseltes Substrat, das so besonders gut verrotten kann. Es eignet sich hervorragend zum Abdecken der Blumenbeete. Laub ist also kein Abfallprodukt, sondern sehr wertvoll für jeden Gärtner.

Viele Menschen reiben sich an einer perfekten Ordnung auf. Es wäre schon viel geholfen, wenn Hobbygärtner 20% im Garten „gerade sein lassen“ würden. Dazu gehören zum Beispiel Rückzugsorte für Insekten, Vögel, Eidechsen, Igel, Käfer und Regenwürmer.

Die frühlingshaften Temperaturen zusammen mit genügend Feuchtigkeit haben dazu geführt, dass viele Sommerblumen noch einmal so richtig aufdrehen. Es ist schade, wenn diese zu früh herausgerissen und durch Winterflor ersetzt werden. Viele Gartenbesitzer machen oft voreilige und damit unnötige Arbeiten. Man kann im Garten nicht nach einem starren Zeitplan handeln. In jedem Jahr gibt es andere Vorgaben. So steht auch das Kohlgemüse heuer durch die günstigen Wetterbedingungen der letzten Zeit noch so richtig gut im Wuchs. 

Da der Regen den Boden spatentief so richtig aufgeweicht hat, ist es leicht, ein Stück Rasen umzugraben, um darauf im nächsten Jahr ein Nutzgarten anzulegen. Die Pflanzen wachsen auf dem „ausgeruhten“ Boden in den nächsten Jahren besonders gut. Leider bestehen immer mehr Gärten nur noch aus geschnittenen Hecken und Rasen. Das ist jammerschade, wenn man bedenkt, was aus einem kleinen Stück Land alles anbauen kann. Zumindest sollten Pflücksalat, Petersilie, Schnittlauch, Salbei und andere Gewürzpflanzen im Garten vorhanden sein. 

(red)